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Peter Schönlaub
Autor: Peter Schönlaub
peter.schoenlaub@motorrad-magazin.at
17.10.2024

Neu: KTM Freeride EZweite Generation des E-Offroad-Pioniers!

KTM legt 2025 heftig nach. Unter den Neuheiten befindet sich auch eine elektrische Ikone: die zweite Generation der legendären Freeride E, mit der man vor zehn Jahren den Markt bereitet hat. Was das neue Strom-Dirtbike kann, das lest ihr hier!

Die nächste Neuheit ist aus dem Sack! Die neue Freeride E soll trotz des schwächelnden Elektro-Markts ein neues Angebot für all jene schaffen, die sich für den Geländesport ein leises, lokal emissionsfreies Bike zulegen wollen, dabei aber auf Markenware wert legen. Und auf „made in Austria“, denn die Freeride E wird natürlich in Mattighofen gebaut. Dort soll sie ab Dezember vom Band laufen und ab Jänner 2025 bei den Händlern erhältlich sein. Und nein, die Summe am Preiszettel wurde noch nicht verlautbart.

Dafür vieles zu den technischen Details. Beginnen wir beim Motor: Der auf einer 48-Volt-Basis arbeitende E-Motor besitzt eine Nennleistung von 11 kW/15 PS (ist also mit A1- oder Code111-Führerschein zu fahren) sowie eine Maximalleistung von 19 kW/26 PS. Das Drehmoment soll über 37 Newtonmeter betragen, womit das unter 115 Kilo wiegende Bike einen Topspeed von 95 km/h erreichen soll.

Die Motorleistung kann natürlich über Fahrmodi dosiert werden. Drei davon stehen zur Verfügung: ECO, NORMAL, SPORT. Zusätzlich lässt sich die Traktionskontrolle einstellen, außerdem der Grad der Energierückgewinnung (also der „Motorbremse“, wenn man so will): Die Rekuperation kann auf MITTEL oder HOCH gestellt sowie gänzlich ausgeschaltet werden. Ebenfalls neu: Ein Kippsensor erkennt ein Hoppala und unterbricht bei einem Unfall sofort die Stromzufuhr.

Nur der Vollständigkeit halber: Ein Elektromotor kommt ohne Getriebe aus, man braucht hier nicht zu kuppeln oder zu schalten. Stattdessen hat KTM die Hinterradbremse als Handhebel anstelle der Kupplung montiert, wie bei einem Automatikroller. Die Beine können sich also bei der Freeride E darauf konzentrieren, auf den Rasten zu bleiben. Diese einfachere Art der Bedienung könnte vor allem Rookies helfen, im Unwegsamen Erfahrung zu sammeln. Die ältern Hasen werden sich hingegen eher umstellen müssen, um ohne Kupplung durchs Gelände zu bügeln.

Die Energie bezieht der Motor natürlich aus einem Lithium-Ionen-Akku, der weiterhin ausbaubar ist. Rund zehn Minuten sollte man dafür veranschlagen, meint KTM. Das Ausbauen ist im Gegensatz zu mobilen Akkus in Rollern in erster Linie nicht dafür gedacht, den Akku in der Wohnung im fünften Stock laden zu können (dafür ist er mit 29 Kilo Gewicht auch zu schwer), sondern um ihn vor Ort im Gelände oder am Offroadkurs gegen einen zweiten, vollgeladenen tauschen zu können.

Wie lange reichen die 5,5 kWh des Akkus? Länger jedenfalls als in der bisherigen Freeride E, deren Akku 4 kWh speichern konnte. KTM spricht von einer Endurofahrzeit zwischen zwei bis drei Stunden, und wir wissen, dass dies sehr stark vom Nutzerverhalten und Terrain abhängt.

Für das Laden sollte man sich allerdings Zeit nehmen. KTM liefert die Freeride E mit einem 660-Watt-Ladegerät für die Haushaltssteckdose aus, womit man rund acht Stunden für eine Vollladung einplanen muss. Es wird aber auch ein schnelleres Ladegerät mit 3,3 kW geben, das die Ladezeit auf 1,5 Stunden verkürzt.

Die Lebensdauer des Akkus soll mehr als 1000 Ladezyklen betragen, ehe dessen Leistung auf 80% sinkt.

Nun zur Hardware: Die ausgesprochen schlanke und schnörkellos, aber modern gestylte Freeride E für 2025 besitzt einen Chrom-Molybdän-Stahlrahmen, der die Motor-Akku-Architektur als mittragende Elemente nützt. Hinzu kommt ein Heckausleger aus Alu und glasfaserverstärktem Nylon. Die Sitzhöhe beträgt 906 Millimeter.

Die 43-mm-WP-XACT-Gabel besitzt die Luftkammer in der linken, das Öldämpfungssystem in der rechten Einheit. Für die Verstellung der Vorspannung wird eine Gabelluftpumpe mitgeliefert, Druck- und Zugstufe justiert man über Clicker-Räder. Am Heck arbeitet ein voll verstellbares WP XPLOR PDS-System mit 250 Millimeter Federweg.

Auf den schwarzen Alu-Speichenrädern werden Michelin-Enduro-Medium-Reifen aufgezogen, das Bremssystem stammt von Braketec und verfügt über 260-/240-Millimeter-Scheiben. Den Lenker liefert Neken zu, das kompakte LC-Display wurde von der EXC-Reihe übernommen. Bedient werden Fahrmodi und andere Funktionen über einen Vier-Tasten-Kombischalter am linken Lenkerende.

Es bleibt also noch einiges offen, speziell der Preis. Und natürlich hoffen wir bald auf einen ersten Fahreindruck!

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