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Christoph Lentsch
Autor: Mag. (FH) Christoph Lentsch
christoph.lentsch@motorrad-magazin.at
26.7.2024

Ducati Panigale V4 2025Hommage

Die neue Panigale V4 ist ein Superbike, das es seinen Fahrern ermöglichen soll, das zu erleben, was sonst nur professionellen Fahrern dank ihrer Fähigkeiten erlaubt ist. Und zwar mittels beispielloser elektronischer Lösungen und Technologien, die größtenteils aus der MotoGP stammen.

Fahrwerk und Elektronik sollen der Desmosedici GP noch näher kommen. Die neue Panigale V4 S wiegt (trocken) nur 187 kg, zwei weniger als das Vorgängermodell, und gewinnt trotz der restriktiveren Euro-5+-Homologation 0,5 PS (Maximal 228 PS mit Racing-Akrapovič). Leistungsmäßig scheint man also fast am Zenit angekommen, deshalb hat man an Aerodynamik, Ergonomie und Elektronik gearbeitet.

Die neue Verkleidung reduziert den Luftwiderstand um 4 Prozent und schützt den Fahrer auf der Geraden effektiver. Die hocheffizienten Flügel mit doppeltem Profil sind perfekt in die Formen der Front integriert, so dass der Beitrag in Bezug auf den Abtrieb im Vergleich zum Vorgängermodell unverändert bleibt. Die Verlagerung der Vorderkante der Verkleidung soll das Motorrad beim Richtungswechsel bei hoher Geschwindigkeit wendiger machen, während die Verbesserung der Form des Schutzblechs vor den Kühlern die Wirksamkeit des Kühlsystems erhöht.

Die Sitzposition der neuen Panigale V4 wurde mit dem doppelten Ziel entwickelt, eine maximale Integration des Fahrers in die Aerodynamik des Motorrads zu gewährleisten und die Kontrolle über das Fahrzeug auf der Rennstrecke zu verbessern. Die Sitz-Tank-Kombination bietet dank der größeren Geräumigkeit mehr Freiheit in Längsrichtung und erleichtert die Positionierung in der Verkleidung, auch dank einer tiefen Aussparung im oberen Teil, die eine Beeinträchtigung des Kinnschutzes des Helms verhindert.

Gleichzeitig der hintere Bereich des Tanks in Kombination mit den Seitenabdeckungen und der Form des Sitzes den Fahrer bei Brems-, Einfahr- und Kurvenphasen besser unterstützen, ohne die Körperbewegungen in den anderen Phasen einzuschränken. Es soll nun leichter fallen, sich mit den Knien zu verankern, um der Verzögerung entgegenzuwirken und sich in Kurvenfahrt tief in die Kurve zu lehnen. Die Fußrasten wurden im Vergleich zur aktuellen Panigale V4 um 10 Millimeter nach innen versetzt, wodurch die Bodenfreiheit erhöht wird.

Der Streitpunkt: Ducati Panigale V4 2025 mit Zweiarm-Schwinge: Die neue Schwinge reduziert die Seitensteifigkeit (-37 % im Vergleich zur vorherigen Einarmschwinge) und das Gewicht, was die Traktion am Kurvenausgang und das Gefühl des Fahrers beim Beschleunigen verbessert. Gemeinsam mit der ebenfalls leichteren geschmiedeten Hinterachsfelge (nur bei S-Version) wiegt das Ensemble 2,7 Kilogramm weniger als beim Vorgängermodell und soll die Kraft effektiver auf den Boden bringen. Bei der Panigale V4 S wiegen die geschmiedeten Aluminium-Leichtmetallräder mit fünf tangentialen Speichen, die von denen der Desmosedici GP inspiriert sind, vorne und hinten nur 2,95 bzw. 4,15 Kilogramm.

Revolutionäre Bremsen, erstmals Brembo Hypure: Die neue Ducati Panigale V4 ist das erste Motorrad der Welt, das mit Brembo Hypure Bremssätteln ausgestattet ist. Die leichteren (-60 Gramm pro Paar) und leistungsstärkeren Brembo Hypure-Bremssättel leiten die beim Bremsen entstehende Wärme effektiver ab und bieten so eine konstantere Leistung und damit eine größere Effektivität für den Fahrer.

Eine weitere wichtige Weltpremiere ist das Race eCBS-System, das Bosch in Zusammenarbeit mit Ducati entwickelt hat. In den Levels, die der Nutzung auf Rennstrecken gewidmet sind, können sie die Hinterradbremse so aktivieren, wie das auch Profifahrer tun, um das Motorrad in Kurven stabil zu halten und die Fahrkurve zu beeinflussen. Das Besondere an dem integralen Bremssystem ist, dass die Hinterradbremse auch noch elektronisch bedient wird, wenn der Fahrer den Bremshebel bereits losgelassen hat.

Weltpremiere: Vehicle Observer (DVO): Der Ducati Vehicle Observer simuliert die Daten von über 70 (virtuellen) Sensoren und verfeinert so die elektronischen Steuerungsstrategien, die in der Serienproduktion eine noch nie dagewesene Wirksamkeit erreichen sollen. Das DVO, das von Ducati Corse in der MotoGP entwickelt wurde, schätzt die auf das Motorrad wirkenden Bodenkräfte und die Lasten, die es unter verschiedenen Fahrbedingungen aushalten muss, und setzt  die Informationen der IMU-Trägheitsplattform noch genauer um. Die Panigale V4 2025 ist mit einem kompletten Paket an elektronischen Steuerungen ausgestattet: Ducati Traction Control DVO, Ducati Slide Control, Ducati Wheelie Control DVO, Ducati Power Launch DVO, Engine Brake Control und Ducati Quick Shift 2.0.

Das Dashboard ist ebenfalls komplett neu. Die Abmessungen von 6,9 Zoll mit einem Seitenverhältnis von 8:3 bieten maximale Ablesbarkeit, ohne die Sicht durch die Windschutzscheibe in der Verkleidungsposition zu beeinträchtigen. Das Schutzglas nutzt die Optical-Bonding-Technologie, um auch tagsüber eine optimale Ablesbarkeit auf schwarzem Hintergrund zu gewährleisten.

Bei der neuen Panigale V4 wird das Gefühl, auf einer Desmosedici GP zu sein, durch die neue Streckenanzeige auf dem Armaturenbrett verstärkt. Dank der Größe und des "breiten" Formfaktors des neuen Dashboards können eine Reihe neuer Parameter auf einer Seite des Bildschirms angezeigt werden:

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